Die Geschichte der DLRG - Landesverband Saar e.V.

Ein schwerwiegender Unglücksfall im Jahr 1912 war der Auslöser für die Gründung der heute weltweit größten ehrenamtlichen Wasserrettungsorganisation der Welt, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

"Wir machen Wasserfreizeit sicher", das ist für uns weit mehr als ein Slogan; es ist gleichermaßen Motivation wie Verpflichtung. Und das gilt in Schwimmbädern und Badeseen auf dem Festland ebenso wie an den Stränden von Nord- und Ostsee. Daran hat sich seit der Gründung vor inzwischen mehr als 100 Jahren nichts geändert.

Unter dem damaligen Motto „Jeder Deutsche ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter!“ konnte sich auch das Saarland diesem Aufruf nicht entziehen.

Der Ursprung des Landesverband (LV) Saar liegt im Bezirk 9 des damaligen DLRG-Landesverbandes „Rheinprovinz“ (1926).

Durch die außergewöhnliche politische Vergangenheit des Saarlandes unterscheidet sich auch die Geschichte des LV Saar von denen anderer Landesverbände.

Rückblickend kann man den Werdegang des LV Saar in drei zeitliche Abschnitte unterteilen:

•  1928 – 1945

•  1946 – 1957

•  1958 – bis heute

Die Zeit von 1928 bis 1945

•  Erste Impulse durch Paul Blandin aus Völklingen, der nachweislich auch der erste Lehrscheininhaber an der Saar war (Nr. 317 vom 05.01.1926)

•  Bis zum 01.01.1935 ca. 855 Mitglieder, der Mitgliedsbeitrag betrug 3 franz. Franken, der Gegenwert von etwa 60 Zigaretten.

•  Die erste Übungsstätte war die Röchling'sche Schwimmhalle in Völklingen.

•  Bis zum Jahr 1944: 6.924 Grundscheine, 1.234 Leistungsscheine, 195 Lehrscheininhaber.

•  Durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges kam die Arbeit der DLRG LV Saar weitestgehend zum Erliegen.

Die Zeit von 1946 bis 1957

•  Das Saarland wurde von Frankreich als Besatzungsmacht übernommen.

•  Bis zum Ende des Jahres 1947 war im Saarland jede politische, sportliche als auch sonstige Vereinsarbeit entweder verboten oder von einer besonderen Genehmigung der Militärregierung abhängig.

•  Im April 1947 wurde der Landessportausschuss gegründet.

•  Im Landessportausschuss wurde auch unter der Sparte „Wassersport – Schwimmen“ das Rettungsschwimmen genehmigt.

•  Im Jahr 1948 wurde das Rettungsschwimmen als eigene Sparte beim Landessportausschuss genehmigt.

•  In einer „Hauptversammlung“ am 14. 02.1950 wurde die „Saarländische Lebens-Rettungs-Gesellschaft (SLRG)“ gegründet und im Vereinsregister beim Amtsgericht Saarbrücken eingetragen.

•  Ein Anschluss an die DLRG war zu diesem Zeitpunkt ausgeschlossen, da weder das Wort „deutsch“ noch der „deutsche Adler“ genutzt werden durfte.

•  Es wurde anstelle des Adlers das „SOS“-Zeichen aufgenommen.

•  Im Laufe der Jahre durften auch die im „Reich“ gängigen Embleme und Abzeichen mit Adler, allerdings nur mit der Buchstabenfolge „SLRG“ hergestellt werden.

•  Trotz abgeriegelter Grenzen konnte Kontakt zum Vizepräsidenten der DLRG, Adolf Phillipi, aus Wiesbaden aufgenommen werden.

•  Gemeinsam mit der DLRG wurde die SLRG im Jahr 1951 selbstständiges Mitglied der FIS (Fédération Internationale de Sauvetage) und konnte an internationalen Rettungs-Vergleichswettkämpfen teilnehmen.

•  In dieser Zeit wurde die SLRG auch immer wieder von Polizeit, Feuerwehr und anderen Organisationen zur Hilfeleistung bie Unfällen und zu anderen Unterstützungen bei erforderlichen Wassereinsätzen angefordert.

•  Außerdem ist hier die Zusammenarbeit mit der Hauptrettungsstelle der saarländischen Grubenwehren bei der Ausbildung in der Wiederbelebung und der Handhabung entsprechender Hilfsgeräte zu erwähnen.

•  Aufgrund des Saarreferendums (23.10.1955) wurde das Saarland am 01.01.1957 wieder an Deutschland angegliedert. Die SLRG konnte zur DLRG zurückkehren.

•  Am 18.03.1956 wurde im Saarbrücker Rathaus das 10-jährige Jubiläum der SLRG gefeiert.

•  Anlässlich einer Tagung des DLRG-Präsidiums in Saarbrücken erfolgte am 25.05.1957 die Aufnahme der SLRG als Landesverband Saar in die DLRG. Mit ca. 3.000 Mitgliedern wurde die DLRG Saar der jüngste Landesverband.

•  Die SLRG war Geschichte. Dennoch wurde durch sie trotz der politischen Lage der Gedanken und die Ziele der DLRG aufrechterhalten.

Die Zeit von 1958 bis heute

•  bis zum Jahr 1968 stieg der Mitgliederstand auf 11.000 an.

•  Am 09.06.1968 gab der bisherige Präsident Dr. Paul Müller-Coeln die Führung des Landesverbandes an Prof. Dr. Josef Nikolaus Schmitz ab.

•  LV-Präsident Prof. Dr. Schmitz wurde im Jahr 1971 zum Vizepräsidenten und 1974 zum Präsidenten der DLRG gewählt. In späteren Jahren übernahm er den Vorsitz der FIS.

•  Bis zum Jahr 1976 wuchs die Zahl der Ortsgruppen in den neun Bezirken des Landesverbandes auf 61 und die Mitgliederzahl erreicht 21.150. Damit war die DLRG der drittstärkste Verband im Landessportverband des Saarlandes.

•  Im Jahr 1976 wurde der Rettungswachdienst am neugebauten Stausee Losheim übernommen. Ein Jahr später wurde auch am Bostalsee ein Rettungsstation errichtet.

•  Im Jahr 1980 wurde im Gebäude der Rettungsstation Saarbrücken-Burbach die neue LV-Geschäftsstelle eröffnet.

•  Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Schwimm- und Rettungswettkämpfe im Saarland durchgeführt. Da es allerdings noch keine festgelegten Regeln in der DLRG gab, begann der LV Saar, als erster Verband, mit der Ausarbeitung solcher Regeln, die später der Bundesebene als Grundlage für die „Wettkampfbestimmungen“ dienten.

•  Im Jahr 1974 wurde aufgrund der am 02.11.1973 verabschiedeten Landesjugendordnung eine eigenständige Landesjugend gegründet. Erster Vorsitzender war Günter Bernarding.

•  In der Saarbrücker Kongresshalle wurde am 07.10.1978 das 50-jährige Bestehen der DLRG LV Saar gefeiert. Prominente Gäste waren u.a. Landtagspräsident Ludwig Schnur und Ministerpräsident Dr. Franz-Josef Röder.

•  Am 07.06.1980 übernimmt Hans-Herbert Schenk den Vorsitz des LV Saar.

•  Ende der 80er Jahre übernahm Dr. Gerd Bauer anlässlich des LV-Tages am 25.06.1989 die Führung des Landesverbandes.

•  Der LV Saar bekommt in den Räumen des TrimmTreff Püttlingen ein eigenes Ausbildungszentrum, in dem bis zum 31.07.1999 die komplette Fachausbildung des Landesverbandes durchgeführt wird.

•  Im Dezember 1993 wird die LV-Geschäftsstelle in Burbach von einem Hochwasser überrascht, das innerhalb des Gebäudes auf über 50 cm ansteigt. Der Saarpegel erreicht eine Rekordhöhe von 9,31 m!

•  Im Januar 1994 wird die Arbeit in einer provisorischen LV-Geschäftsstelle wieder aufgenommen.

•  Die Baugenehmigung der neuen Geschäftsstelle wurde im Jahr 1998 ausgestellt und am 04.11.1998 konnte in Anwesenheit von Innenminister Friedel Läpple der erste Spatenstich vorgenommen werden.

•  Am 08.04.2000 findet der Umzug ins „Haus der DLRG“ statt, das nun über Schulungs-, Büro- und Lagerräume, sowie Bootshalle und Hausmeisterwohnung verfügt.

Die DLRG LV Saar in Zahlen:

Abzeichen 1926 – 2002:

•  Grundschein/ Rettungsschwimmabzeichen Bronze 43.906

•  Leistungsschein/ Rettungsschwimmabzeichen Silber 15.597

•  Lehrschein 1.096

•  Rettungswachstunden 1.514.000

 

Ehrungen:

Ehrenmitglieder der DLRG LV Saar:

•  Paul Blandin, Gründer und Ehrenpräsident

•  Dr. Paul Müller-Coeln, Ehrenpräsident

•  Henner Glasser, Ehreninspektor

•  Prof. Dr. Josef Nikolaus Schmitz, Ehrenmitglied

•  Irmgard Arndt, Ehrenmitglied

•  Hans-Herbert Schenk, Ehren-LV-Präsident

•  Edgar Arnold, Ehrenmitglied

•  Günter Bernarding, Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzender der LV-Jugend

•  Hans-Dieter Müller, Ehrenmitglied

 

Ehrungen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland:

•  Dr. Paul Müller-Coeln am 21.12.1964

•  Henner Glasser am 08.06.1968

•  Prof. Dr. Josef Nikolaus Schmitz am 22.05.1979

•  Hans-Herbert Schenk am 28.05.1989

•  Günter Bernarding am 28.05.1989

•  Edgar Arnold am 05.02.1997

 

Sportplakette des Saarlandes, für hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit im Sport:

•  Erika Mersdorf, Ortsgruppe Merzig

•  Otto Wilding, Ortsgruppe Wiebelskirchen

•  Edgar Arnold, LV-Vorstand/ Ortsgruppe Illingen

 

Gliederung des LV Saar

6 Bezirke mit 49 Ortsgruppen

•  Homburg 6 Ortsgruppen

•  Merzig 7 Ortsgruppen

•  Neunkirchen 6 Ortsgruppen

•  Saarbrücken 13 Ortsgruppen

•  Saarlouis 10 Ortsgruppen

•  St. Wendel 7 Ortsgruppen