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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Saar e.V.

Vorsicht bei natürlichen Eisflächen!


[Dienstag, 07. Februar 2012]

Ein sibirisches Hochdruckgebiet hat auch das Saarland derzeit fest im Griff und sorgt für Temperaturen bis weit unter den Gefrierpunkt. Da liegt der Gedanke an zugefrorene Seen und Weiher nahe, und damit an die im Saarland eher seltene Gelegenheit, auf natürlichen Flächen und damit kostenloses Schlittschuhlaufen zu können.

Auch am Stausee Losheim und am Bostalsee lädt derzeit die geschlossene Eisdecke geradezu zum Betreten ein. Absolut sicher sind natürliche Eisflächen im Gegensatz zur Eislaufhalle allerdings nie. Gerade auf dem Bostalsee sollten Sie auf einen Eisspaziergang aus Sicherheitsgründen verzichten.
Mit ein wenig Umsicht jedoch können Wintersportler in diesen Tagen das Eislaufen auch auf einigen natürlichen Gewässern genießen. Die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) leisten bundesweit jährlich 150.000 Stunden Rettungsdienst im Winter und kennen die Tücken der eisigen Idylle.

Das Eis sendet Signale aus, die jeder erkennen kann. Dunkle Stellen verraten: Das Eis ist noch viel zu dünn. Hier droht Gefahr einzubrechen, also betreten verboten. Wenn das Eis knistert und knackt, am besten flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen und in Bauchlage zurück in Richtung Ufer bewegen. Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten.

Tückisch können auch Seen sein, die von Zuläufen erreicht werden. Durch die meist höheren Temperaturen an den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein, als auf dem Rest des Sees. Ebenso kritisch sind Stellen, an denen Pflanzen aus dem Eis wachsen – auch hier ist äußerste Vorsicht geboten.

Sollte trotz es trotz aller Aufmerksamkeit dennoch einmal zu einem Einbruch kommen, besteht Lebensgefahr! Durch das eiskalte Wasser sinkt die Körpertemperatur in wenigen Minuten dramatisch, schnelle Hilfe ist überlebenswichtig. Der Verunglückte sollte versuchen, wieder zurück auf die Eisfläche zu gelangen – und dies immer in Richtung Ufer. Der Rückweg kann am sichersten auf dem Bauch liegend und auf dem bisher zurück gelegten Weg bewältigt werden.

Helfer sollten umgehend einen Notruf absetzen, bei der Rettung einen Sicherheitsabstand zur Einbruchstelle einhalten und sich gegenseitig auf dem Bauch liegend durch eine Rettungskette sichern. Hilfsmittel wie ein umgedrehter Schlitten oder eine Leiter helfen, Abstand zur Einbruchstelle zu halten und sichern den Retter zusätzlich. Nach der Rettung aus dem Eis sollte der Patient in einem beheizten Raum langsam aufgewärmt werden und sich grundsätzlich in ärztliche Behandlung begeben.

Wer die ehrenamtlichen Retter der DLRG bei der Eisrettung beobachten möchte, hat am kommenden Samstag, 11. Februar 2012, ab 14:00 Uhr die Gelegenheit, dies am Bostalsee zu tun. Und wer das Gesehene gerne einmal selbst erproben möchte, der kann am Bosener Ufer in der Nähe der Eislaufanlage sogar unter fachkundiger Anleitung und von den DLRG-Rettern gesichert das richtige Verhalten im Notfall zu üben. Für den notwendigen Kälteschutz sorgt ein Trockentauchanzug.

Von: OZ

Kategorie: Allgemein

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